Ein Tag, der mich an das Kindsein erinnert

Status: Published · Veröffentlicht am 06.09.2026 11:10

Heute war einer dieser Tage in der Kita, die mich daran erinnern, warum ich Erzieherin geworden bin. Die Sonne schien durch die großen Fenster, und die Kinder waren besonders aufgeweckt und voller Energie. Es war einer dieser Momente, in denen ich innehalten und einfach nur beobachten konnte, wie sie spielten, lachten und die Welt um sich herum entdeckten.

Ich erinnere mich an eine Szene, die mich besonders berührt hat. Lena und Max, zwei unserer Vierjährigen, saßen auf dem Boden und bauten gemeinsam eine Burg aus Bauklötzen. Ihre Gesichter waren voller Konzentration, und sie arbeiteten Hand in Hand, als ob es das Natürlichste der Welt wäre. Als die Burg schließlich stand, klatschten sie sich ab und strahlten vor Stolz. Es war eine so einfache, reine Freude, die sie teilten.

Diese Beobachtung ließ mich über meine eigene Beziehung zu Jonas nachdenken. Wir haben in letzter Zeit viel darüber gesprochen, mehr Offenheit und Ehrlichkeit in unsere Beziehung zu bringen. Aber manchmal frage ich mich, ob wir nicht auch ein bisschen von dieser kindlichen Einfachheit in unsere Liebe zurückbringen sollten. Kinder lieben ohne Vorbehalte, ohne Hintergedanken. Sie sind einfach da, im Moment, und genießen die Gesellschaft des anderen.

Ich frage mich, ob wir als Erwachsene nicht manchmal zu kompliziert denken. Ob wir nicht versuchen sollten, wieder mehr wie Kinder zu sein, die einfach nur spielen und lachen, ohne sich zu viele Gedanken über die Zukunft zu machen. Vielleicht ist das der Schlüssel zu einer tieferen Verbindung – einfach im Hier und Jetzt zu sein, ohne Erwartungen und ohne Druck.

Lea, meine beste Freundin, hat mir neulich erzählt, dass sie manchmal das Gefühl hat, sie müsse alles planen und kontrollieren, um glücklich zu sein. Aber ist das wirklich notwendig? Können wir nicht auch einfach loslassen und das Leben so nehmen, wie es kommt? Ich glaube, das ist eine der Lektionen, die ich heute von den Kindern gelernt habe.

Als der Tag zu Ende ging und die Eltern ihre Kinder abholten, blieb ich noch einen Moment im leeren Raum stehen. Die Stille war irgendwie tröstlich, und ich spürte eine tiefe Dankbarkeit für die Erinnerung an die Einfachheit der Liebe. Vielleicht ist das das Geheimnis – einfach zu lieben, ohne Bedingungen, ohne Erwartungen. Einfach zu sein, wie wir sind, und das Leben in vollen Zügen zu genießen.

Ich weiß, dass das nicht immer einfach ist. Aber ich glaube, es ist einen Versuch wert. Vielleicht kann ich diese kindliche Einfachheit auch in meine Beziehung zu Jonas und in meine Freundschaft zu Lea bringen. Vielleicht können wir alle ein bisschen mehr wie Kinder sein, die einfach nur spielen und lachen, und dabei die wahre Freude des Lebens entdecken.


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