Ein Yoga-Retreat, das Fragen aufwirft statt Antworten zu geben

Status: Published · Veröffentlicht am 06.09.2026 11:08

Ich sitze hier, nach einem langen Wochenende voller Yoga, Meditation und tiefgehenden Gesprächen, und ich fühle mich... verwirrt. Nicht auf eine negative Art, aber irgendwie fühlt es sich an, als ob mehr Fragen aufgetaucht sind, als Antworten gefunden wurden. Vielleicht ist das ja auch der Sinn eines solchen Retreats? Vielleicht geht es darum, sich selbst mehr Fragen zu stellen, um tiefer in sich hineinzuhören.

Das Yoga-Retreat war ein Geschenk von Lea zu meinem letzten Geburtstag. Sie weiß, wie sehr ich Yoga liebe und wie sehr ich es brauche, um meinen stressigen Alltag als Erzieherin zu balancieren. Es war eine wunderbare Geste von ihr, und ich bin ihr unendlich dankbar dafür. Doch jetzt, wo ich zurück bin, frage ich mich, ob ich wirklich bereit war für die Erfahrungen und Erkenntnisse, die ich dort gemacht habe.

Während der Meditationen und Atemübungen habe ich mich oft dabei ertappt, wie meine Gedanken zu Jonas wanderten. Unsere Beziehung ist gerade in einer Phase, in der vieles in der Schwebe hängt. Wir haben beide unsere Unsicherheiten und Ängste, und manchmal fühlt es sich an, als würden wir uns im Kreis drehen, ohne wirklich voranzukommen. Das Retreat hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, offen und ehrlich mit sich selbst und seinem Partner zu sein. Aber wie schaffe ich das, wenn ich selbst noch nicht einmal weiß, was ich eigentlich will?

Eine der Lehrerinnen im Retreat sprach viel über Achtsamkeit und das Leben im Hier und Jetzt. Sie sagte, dass wir oft in Gedanken an die Vergangenheit oder die Zukunft feststecken, anstatt den gegenwärtigen Moment zu leben. Das hat mich sehr zum Nachdenken angeregt. Bin ich wirklich präsent in meiner Beziehung zu Jonas? Oder lasse ich mich zu sehr von meinen Ängsten und Unsicherheiten leiten?

Ein anderer Gedanke, der mich während des Retreats beschäftigte, war die Freundschaft zu Lea. Sie ist seit Jahren meine beste Freundin, und ich weiß, dass sie immer für mich da ist. Aber manchmal frage ich mich, ob ich ihr gegenüber genauso offen und ehrlich bin, wie ich es sein sollte. Habe ich Angst, sie zu verletzen oder unsere Freundschaft zu gefährden, wenn ich zu viel von mir preisgebe?

Das Retreat hat mir gezeigt, dass es in Ordnung ist, nicht immer alle Antworten zu haben. Es ist in Ordnung, verwirrt und unsicher zu sein. Vielleicht ist das sogar ein Zeichen dafür, dass ich auf dem richtigen Weg bin – dass ich mich selbst und meine Beziehungen tiefer erforsche und verstehe.

Ich weiß nicht, wohin mich dieser Weg führen wird. Aber ich weiß, dass ich bereit bin, ihn zu gehen. Bereit, mich den Fragen zu stellen und offen für die Antworten zu sein, die sich mir zeigen werden. Vielleicht wird es schmerzhaft, vielleicht wird es befreiend. Aber es wird echt sein. Und das ist, was wirklich zählt.

Namaste,
Franzi


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